Neues Konzept an der RS+ Mäusheckerweg Trier-Ehrang

Realschule plus in Ehrang: Keine gemeinsame Orientierungsstufe mehr

Die gemeinsame Orientierungsstufe (OGS) für die Schüler der Realschule plus Ehrang und des Friedrich-Spee-Gymnasiums ist Vergangenheit. Die Kinder der fünften Klasse werden ab dem Schuljahr 2013/2014 getrennt unterrichtet.

Trier-Ehrang. Lehrer, Schüler- und Elternvertretung des Friedrich-Spee Gymnasiums haben es gefordert: Beim Mainzer Bildungsministerium machten sie sich dafür stark, die gemeinsame Orientierungsstufe mit der Realschule plus Ehrang aufzuheben. Sie fürchteten, dass die integrative Gestaltung der ersten beiden Schuljahre mit Kindern sehr unterschiedlicher Leistungsstärke potenzielle Interessenten abschreckt – gerade bei einem Gymnasium mit dem schnelleren Weg zum Abitur. Im Oktober vergangenen Jahres kam Triers Stadtrat der Aufforderung nach und beschloss die Auflösung der gemeinsamen Orientierungsstufe am Schulzentrum Ehrang. Nun gehen die Schüler beider Schulen bereits ab der fünften Klasse getrennte Wege.
Die Realschule plus Trier-Ehrang, mitarbeitende Unesco-Projektschule, und Schwerpunktschule nimmt zum Schuljahr 2013/14 erstmals Kinder nach dem erfolgreichen Besuch der Grundschule in die 5. Klasse auf. Dazu startet die Realschule plus zum neuen Schuljahr 2013/2014 mit einem neuen pädagogischen Konzept. Dabei sollen andere Formen des Lernens praktiziert und die Selbstständigkeit der Schüler unterstützt werden, erklärt die Schulleiterin Marita Wenz.
Jedes Kind solle so gefördert werden, dass es entsprechend seiner Fähigkeiten einen für sich höchstmöglichen Abschluss erreichen kann. An der Realschule plus wird die Mittlere Reife und der Hauptschulabschluss angeboten.
Zudem sollen zu wichtigen Themenbereichen mehrmals im Jahr fächerübergreifende Projekte durchgeführt werden.
“Diese Projekte sollen die Schüler in die Lage versetzen, sich selbständig Wissen anzueignen und auch verantwortlich miteinander zu arbeiten”, sagt Wenzel. Da schulisches Lernen nicht nur Allgemeinbildung vermitteln soll, sondern auch anwendungsbezogen sein sollte, verbindet die Realschule plus Ehrang schulische und außerschulische Lernorte. Deshalb lernen die Schüler auch außerhalb der Schule. Dazu dienen unter anderem Berufspraktika, Exkursionen und Studienfahrten.
Ab dem kommenden Schuljahr führt die Schule zudem das Lehrerraumkonzept ein. Die Schüler gehen nun zum Lehrer, der Lehrer kommt nicht mehr zu ihnen, erklärt die Schulleiterin. Der Vorteil des Lehrerraumkonzepts gegenüber dem Fachraumprinzip bestehe unter anderem darin, dass die Schüler stets wüssten, wo welcher Lehrer sei. red
Beratungsgespräche für die kommenden Klassen fünf können ab Montag, 28. Januar, in der Zeit von 8 Uhr bis 12 Uhr unter Telefon 0651-9679860 oder -61 vereinbart werden.

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Die Anmeldungen für die Klassen 5 an der Realschule plus Trier- Ehrang erfolgen in der Zeit vom 15. Februar bis zum 28. Februar, montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr im Sekretariat der Schule. Für die Anmeldung sind die Anmeldeunterlagen der Grundschule, das letzte Halbjahreszeugnis und das Familienstammbuch beziehungsweise die Geburtsurkunde mitzubringen.

Trierischer Volksfreund Online 28.01.2013

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Mäushecker: Schulträgerausschuss Stadt Trier schafft Klarheit

Der Schulträgerausschuss der Stadt Trier hat fast einmütig für die Aufhebung der gemeinsamen Orientierungsstufe zwischen der Realschule plus Ehrang und dem Friedrich-Spee-Gymnasium am Standort Mäusheckerweg votiert.

Trier. Schuldezernentin Angelika Birk hatte den Ausschuss zu einer nichtöffentlichen Sondersitzung einberufen, einziger inhaltlicher Tagesordnungspunkt: “Gemeinsame Orientierungsstufe”. Bei den großen Fraktionen CDU und SPD konnte man schon im Vorfeld ahnen, dass sie für eine Trennung stimmen würden – wenn auch seitens der Sozialdemokraten nicht ohne Bauchschmerzen. Dagegen hatten sich schon frühzeitig die Grünen ausgesprochen.
Zuvor war die brisante Entscheidung wie eine heiße Kartoffel immer weitergereicht worden. Lehrer, Schüler- und Elternvertretung von Triers einzigem G8-Gymnasium hatten das Mainzer Bildungsministerium schon vor Monaten kategorisch aufgefordert, die gemeinsame Orientierungsstufe mit der Realschule plus aufzuheben. Sie fürchten, dass die integrative Gestaltung der ersten beiden Schuljahre mit Kindern sehr unterschiedlicher Leistungsstärke potenzielle Interessenten abschreckt – gerade bei einem Gymnasium mit dem schnelleren Weg zum Abitur.
Das Ministerium, das sich grundsätzlich für mehr schulartübergreifenden Unterricht einsetzt, hatte nach langem Zögern die Stadt Trier aufgefordert, die Trennung zu beantragen – wenn sie es denn wolle. Die zuständige Schuldezernentin Angelika Birk, als Grüne ebenfalls eine prinzipielle Befürworterin integrativer Schulformen, reichte die Entscheidung an den Schulträgerausschuss weiter. Und der hat nun für Klarheit gesorgt.
Der Wunsch der Realschule plus Trier-Ehrang nach einer Fortsetzung der gemeinsamen Orientierungsstufe dürfte damit keine Chance mehr haben – auch wenn Mainz das letzte Wort hat. Nachdem das Land aber deutlich gemacht hat, dass es weiter zum Modellprojekt G8 steht, kann es sich dem Wunsch des Gymnasiums und nun auch der Stadt schwerlich entziehen.
Der Handlungsdruck ist ohnehin enorm, konnten doch beide Schulen am Mäusheckerweg zuletzt so wenige Neu-Schüler anlocken, dass ihre Existenz auf dem Spiel steht, wenn keine substanzielle Verbesserung eintritt.

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Damit stellt sich aber auch die Frage, wie die Entwicklung im Bereich der Realschulen plus überhaupt weitergeht. Neben der RS plus Trier-Ehrang gibt es noch Kurfürst-Balduin in Trier-West und Nelson-Mandela in Trier-Süd. Doch die Expertenprognosen sehen nur Bedarf für zwei RS plus in Trier. Und dem Plan, Balduin und Ehrang am Mäusheckerweg zu einer Gesamtschule zusammenzufassen, hat das Land eine Absage erteilt.

Dieter Lintz, Trierischer Volksfreund Online 28.09.2012

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Trierer Schulkonzept: Es dauert länger als geplant (Dieter Lintz, TV 12.09.12)

Ursprünglich sollte die Entscheidung über die Zukunft der Trierer Schulen bis Mitte November fallen. Nun wird es wohl doch Dezember oder gar Februar bis zu einer Entscheidung des Stadtrates. „Wir suchen lieber in Ruhe eine Gesamtlösung, für die eine Mehrheit absehbar ist“, sagt Schuldezernentin Angelika Birk.

Nach der nicht-öffentlichen Sitzung des Schulträger-Ausschusses zog die grüne Dezernentin sanft die Handbremse. Gutachter Krämer-Mandeau werde, nachdem die Anhörungen nun abgeschlossen seien, sein Konzept um „einige B- und C-Pläne“ (Birk) erweitern. Das werde etwas länger dauern als ursprünglich vorgesehen.

Zudem melden die Stadtratsfraktionen ausführlichen Diskussionsbedarf an – nachdem sie sich im Ausschuss die Argumente aller Seiten anhören konnten. Bis zum November sei das nicht zu schaffen, befindet Birk. Auch wenn sie weiß, dass damit die Möglichkeit verloren geht, erste Maßnahmen bereits in den kommenden Doppelhaushalt 2013/14 einzubringen.

Dass das Gesamt-Konzept renoviert werden muss, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass das Schulministerium in Mainz dem Ansinnen, am Standort Mäusheckerweg eine zweite IGS einzurichten, bis auf Weiteres eine Abfuhr erteilt hat. Die Ministerial-Experten sehen keinen ausreichenden Bedarf.

Damit fällt aber ein wesentlicher Baustein des Konzepts: Krämer-Mandeau wollte am Mäusheckerweg die dortige Realschule plus mit ihrem Pendant in Trier-West zu einer neuen IGS verschweißen. Nun stellt sich die Frage, was in West passiert und wie man den gut ausgebauten, aber derzeit wenig gefragten Standort am Mäusheckwerweg belegt. Die IGS vom Wolfsberg hierher verlegen, wie es den Grünen vorschwebt? Ein Grundschulzentrum für alle Nord-Grundschulen, wie mancher spekuliert? Da spielt alles ineinander. „Wir müssen wohl ein neues Gesamtpaket schnüren“, ahnt Angelika Birk.

Fest steht, dass der Handlungsbedarf am Mäusheckerweg groß und akut ist, weil sich für die beiden vorhandenen Schulen die Existenzfrage stellt. Birk will noch in diesem Monat eine Sondersitzung des Schulträger-Ausschusses anberaumen, der entscheiden soll, ob man in Mainz die vom Gymnasium geforderteAbschaffung der gemeinsamen Orientierungsstufe der RS-plus und des FSG beantragt. Eine klare eigene Position ist der Grünen-Politikerin nicht zu entlocken.

Ein deutlich stärkerer Akzent als bisher soll bei den Beratungen auf die weiterführenden Schulen gelegt werden. Gymnasien und Berufsbildende Schulen waren im Rahmen einer betont sachlichen Debatte am Dienstag im Ausschuss offensiv aufgetreten und hatten auf eigene Probleme wie den massiven Raummangel aufmerksam gemacht.

Meinung
Trier entscheidet nicht allein

Wenn es bei der Verschiebung nur darum geht, die notwendige Zeit zu gewinnen, um eine Konsens-Lösung zu finden, dann ist das vernünftig. Wäre es dagegen der Beginn eines Verschiebebahnhofs, an dessen Ende von einem runden Konzept nur noch ein paar Fetzen übrig bleiben, wäre es eine Katastrophe. Der bisherige Verlauf der Debatte gibt zu Hoffnung Anlass. Die meisten Fraktionen haben verstanden, dass ein “weiter so” die ohnehin prekäre Situation der städtischen Schulen dramatisch verschärfen würde – so weit ist Berater Krämer-Mandeau immerhin durchgedrungen. Da sollte man auch die Mühe und die Zeit investieren, nach einem Konsens zu suchen. Allerdings zeigt die IGS-Absage, dass es neben allen Trierer Akteuren mit Bildungsministerium und Schulaufsicht noch weitere Entscheidungsträger gibt. Die Signale, die aus Mainz und von der ADD kommen, sind widersprüchlich. Einerseits fordert man konsequentes Sparen und detaillierte Planung. Andererseits scheint man durchaus gewillt, die Trierer Pläne, wenn sie denn nicht passen, zu torpedieren. Das wäre schizophren. Es kann nicht Aufgabe der ADD sein, bis in kleinste kommunalpolitische Entscheidungen wie etwa den Standort einer Grundschule hineinzuregieren. d.lintz@volksfreund.de

Trierischer Volksfreund Online 12.09.2012

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Der Platz an der Wunsch-Schule wackelt (Dieter Lintz TV 03.02.12)

Eine harte Nuss für die Trierer Schulplaner: Die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen der Stadt machen deutlich, dass die Akzeptanz bei den Gymnasien extrem auseinanderklafft. Und bei der Realschule plus flüchten die Eltern zu den Privatschulen – mit erheblichen Konsequenzen.


Gute Stimmung auf dem Schulhof, aber wenig Nachfrage nach freien Plätzen fürs fünfte Schuljahr: das Schulzentrum Mäusheckerweg. TV-Foto: Friedemann Vetter

Trier. Der 29. Februar war in diesem Jahr der Tag der Wahrheit für die Trierer Schulen, endete doch ausgerechnet am Schalttag die Anmeldefrist für das Schuljahr 2012/13.
Bei den weiterführenden Schulen dürften die Ergebnisse für manchen Schock sorgen. Zum Beispiel bei den vielen Eltern, die ihren Nachwuchs hoffnungsvoll am Max-Planck-Gymnasium angemeldet haben. 169 Kinder wollten einen Platz an der Schule mit dem klaren mathematisch-sportlichen Profil – aber nur 118 können in den vier einzurichtenden Parallelklassen unterkommen. Auf fast jede dritte Familie kommt also eine Absage zu.

Andrang am MPG, Flaute am FSG
Von solchen Luxus-Problemen kann das Friedrich-Spee-Gymnasium am Ehranger Mäusheckerweg nur träumen. Dort haben sich ganze 53 Schüler beworben – und dabei sind schon alle eingerechnet, die gar nicht aufs FSG wollen, sondern auf die Realschule plus Ehrang. Nach der gemeinsamen Orientierungsstufe (siehe Extra) dürfte sich das Potenzial halbe-halbe aufteilen. Dann bliebe für beide Schulen noch eine Klasse – zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.
FSG-Schulleiter Hermann Bous wirkt angesichts der Zahlen ratlos. Das sei “keine dolle Situation”, sagt der Direktor ehrlich, auch wenn er hofft, “dass noch ein paar Schüler verteilt werden”. Seine Schule stehe vor “schwierigen Problemen”, aber der Grund sei “schwer nachvollziehbar”.
Vor wenigen Jahren war die Spee-Schule noch der Schüler-Krösus, konnte sich vor Anmeldungen kaum retten. Doch dann wurde man G-8-Gymnasium mit verkürzter Schulzeit – eigentlich ein Anziehungspunkt für besonders leistungsstarke Schüler. Parallel gab es aber auch – ausdrücklicher Wunsch des Landes – eine gemeinsame Orientierungsstufe mit der Realschule plus aus den alten Real- und Hauptschulen. Zugleich entstand mit dem Gymnasium Schweich eine starke Konkurrenz außerhalb der Stadt. Nun scheint es eindeutig so zu sein, dass die Eltern die ungewöhnliche Mischung von Gesamt- und Hochleistungsschule nicht wollen. “Diese Kombination ist offenkundig nicht tragfähig”, analysiert MPG-Direktor Armin Huber. Dessen Freude über den Erfolg der eigenen Schule wirkt gebremst, trägt er doch jetzt die Hauptlast bei den frustrierenden Eltern-Absagen.

ADD sorgt für Schülerlenkung
Am Donnerstag haben sich Schulleiter und ADD zusammengesetzt und erste Schritte zur “Schülerlenkung” besprochen, sprich: zur Zuteilung. Viel geht nicht: Das HGT ist mit 117 Anmeldungen voll, das AVG hat mit 104 noch einen kleinen Spielraum. Das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium ist mit 74 Anmeldungen zwar auch nicht gerade sensationell frequentiert, hat aber ohnehin nur Platz für drei Klassen à maximal 30 Schüler.
Folge: Der “Überhang” am MPG wird, soweit er aus dem Umland kommt, wohl in die Röhre schauen. Denn die Trierer Schüler werden nach dem Prinzip des kürzesten Schulwegs zuerst versorgt. ADD und Stadt haben zwar bereits Gespräche über die Zukunft des FSG-Konzepts angekündigt, aber kurzfristig wird das nicht mehr viel ändern. Noch eine zweite Zeitbombe tickt unter den Anmeldezahlen: Deutlich weniger Schüler werden die städtischen Realschulen plus besuchen. Nur noch 64 an der R-plus-Süd (statt 79), nur noch 48 an der Kurfürst-Balduin-R-plus (statt 56), und in Ehrang dürften am Ende höchstens 30 übrig bleiben. Macht geschätzte 140 – und das reicht auf Dauer nicht für die vorgesehenen drei Realschulen plus in Trier. Bei einer gesetzlichen Klassenmesszahl von 25 genügen zwei dreizügige Schulen. Dagegen platzen die privaten katholischen Haupt- und Realschulen in Trier aus allen Nähten.
Ein positives Signal gibt es für die Stadt aber auch: In Trier-West haben sich erstmals Schüler aus der Verbandsgemeinde Trier-Land angemeldet.

Meinung
Höchste Zeit, zu liefern

Schulentwicklung in Trier: Das bleibt ein Pulverfass. Sogar da, wo Probleme gelöst schienen. Die Konzeption für die Realschulen plus (Ehrang, Trier-West, Trier-Nord) wackelt, wenn einerseits für den Umzug der Trier-Süder Schule ins Maarviertel viel Geld investiert werden soll, andererseits nicht klar ist, ob die Stadt dauerhaft überhaupt drei R-plus braucht. Und die Geschäftsverteilung der Gymnasien kippt, wenn die Eltern weiter mit den Füßen gegen den Standort Mäusheckerweg abstimmen. Zumindest falls das Land stur an einem Konzept festhält, das der Klientel schwer vermittelbar ist. Auch wenn es nach tibetanischer Gebetsmühle klingt: Ein Konzept für die Trierer Schullandschaft muss her, und zwar eines, das nicht nur die gerade an dieser oder jener Stelle aufflackernden Feuerchen austritt. Und das Umland muss mit ins Boot, weil die Probleme weder in Ehrang noch bei den Realschulen ohne Kooperation mit dem Kreis zu lösen sein werden. Versprochen hat die Stadt ein Konzept schon lange. Es wird höchste Zeit, zu liefern. d.lintz@volksfreund.de

Extra

In Trier wollen im Sommer 1045 Kinder eine weiterführende Schule besuchen – rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Über 300 davon besuchen eine private Schule, 110 gehen auf die städtische Gesamtschule am Wolfsberg. Rund 520 wollen auf ein städtisches Gymnasium, etwa 110 auf eine städtische Realschule plus. Eine Ungewissheit bleibt, weil FSG und R-plus in Ehrang bis Klasse 6 eine gemeinsame Orientierungsstufe betreiben. Die Eltern haben die Wahl, müssen aber bei “Überfüllung” auch eine vergleichbare Schule in Kauf nehmen. So kann zwischen HGT (117 Anmeldungen), FWG (74), MPG (169) und AVG (104) “getauscht” werden. Das FSG als Schule mit verkürzter Zeit (G 8) bis zum Abitur kann aber aufgrund seines anderen Konzeptes niemandem aufgezwungen werden. DiL

Trierischer Volksfreund Online 02.03.2012

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Realschule plus in Ehrang noch ohne Chef

Seit zwei Tagen läuft in der neuen Realschule plus Trier-Ehrang der Betrieb – allerdings unter kommissarischer Führung. Denn wer die Leitung der Bildungseinrichtung übernimmt, entscheidet sich erst am Dienstag, 16. August.

Trier-Ehrang. Die Hauptschule und die Johann-Amos-Comenius-Realschule am Mäusheckerweg in Ehrang sind gerade zur Realschule plus Ehrang verschmolzen. Einen offiziellen Leiter gibt es aber auch zwei Tage nach Beginn des neuen Schuljahres noch nicht. Diese Personalie steht erst am Dienstag, 16. August, auf der Tagesordnung des Schulträgerausschusses der Stadt Trier. “Das ist im Moment aber noch kein Problem”, erklärt Marita Wenz, kommissarische Rektorin der neuen Schule. “Alle Fünft- und Sechstklässler am Mäusheckerweg besuchen sowieso erst die gemeinsame Orientierungsstufe mit dem Friedrich-Spee-Gymnasium.” Die Realschule plus starte daher so richtig erst in zwei Jahren durch, wenn der erste Jahrgang in die Klassenstufe sieben wechsele. Für die Schulleitung gibt es zwei Bewerberinnen: Marita Wenz und Karin Sattler.
Wenz ist Lehrerin für Deutsch, Sozialkunde und Geschichte. Sie leitete seit 2006 die Johann-Amos-Comenius-Realschule.”Für mich war es wichtig, dass in Ehrang das integrative Modell der Realschule plus verwirklicht wird”, sagt Wenz. “Bei dieser Variante der Realschule plus lernen die Schüler möglichst lange gemeinsam. Und davon profitieren alle – Leistungsschwache wie Leistungsstarke.”

Trier-Süd muss Schüler ablehnen


Die zweite Kandidatin für den vakanten Rektorenposten in Ehrang ist Karin Sattler, die gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Die aus Pirmasens stammende Englischlehrerin leitete die Hauptschule Ehrang seit dem Jahr 2008. In dieser Zeit wurde die Schule als Unesco-Projektschule ausgezeichnet.
Neben Ehrang gibt es noch zwei weitere Realschulen plus in der Stadt. Die Realschule plus in Trier-Süd geht bereits ins zweite Jahr. Die Nachfrage ist groß: “Dieses Jahr mussten wir sogar Schüler abweisen”, sagt die Rektorin Luise Laurent.
Bei der neuen Realschule plus in Trier-West (Kurfürst-Balduin-Schule) hätten sich dieses Jahr auch Schüler mit einer Empfehlung für das Gymnasium beworben, teilt Rektor Eugen Lang mit. Nebenbei führe schon der neue Name zu weiteren positiven Effekten: “Es hat sich auch bei den Schülern ein gewisser Stolz entwickelt, die eigentlich im Hauptschulzweig lernen. Das Stigma Hauptschule ist weg. Allein das wirkt sich positiv auf das Klima aus.”
Auch Maßnahmen wie ein moderner Stundenplan zeigen Resultate, betont Lang: “Die alte Schulstunde mit 45 Minuten haben wir abgeschafft.” Dadurch ergäben sich weniger Klassen- und Lehrerwechsel, die Lernzeit könne effektiver genutzt werden: “Es wirkt jetzt schon so, als sei Ruhe ins Gebäude gekommen.”
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