Fünftklässler 2013/14 an weiterführenden Schulen in Trier gesamt: 978 (Vorjahr: 1045) Fünftklässler 2013/14 an den Trierer Realschulen: RS plus Nelson Mandela: 67 RS Plus Ehrang: 45 RS plus Kurfürst Balduin: 40 RS plus Maximin (privat): 81 RS Blandine Merten (priv.): 76 Fünftklässler 2013/14 an den Trierer Gymnasien: Angela Merici (privat): 93 Auguste Viktoria: 126 Friedrich Wilhelm: 84 Friedrich Spee: 44 Humboldt: 112 Max Planck: 113 Fünftklässler 2013/14 an der IGS Wolfsberg: 97
Der Weg zur Wunsch-Schule ist meistens frei
Wenige Wochen nach der politischen Schlacht um den Schulentwicklungsplan beginnt in den weiterführenden Schulen die Vorbereitung für das nächste Schuljahr. Die Anmeldezahlen zeigen, dass die Zukunftsdiskussion noch lange nicht beendet ist.
Trier. Unterm Strich geht die Zahl der Schüler an Gymnasien, Real- und Gesamtschulen in Trier weiter zurück (siehe Extra). Das führt zu einer gewissen Entspannung der Situation, vor allem an den Gymnasien. Wo im vergangenen Jahr noch massive “Schülerlenkungsmaßnahmen” notwendig waren – also eine Art Zwangszuteilung – ging es in diesem Jahr weitgehend ohne das Eingreifen der Schulaufsicht.
Beim Humboldt- und beim Auguste-Viktoria-Gymnasium konnten alle Wünsche erfüllt werden, vom Max-Planck-Gymnasium gab es zwar Absagen für einige Schüler, die dann weitgehend ans Friedrich-Wilhelm-Gymnasium verwiesen wurden. Aber insgesamt, so schätzt der stellvertretende MPG-Chef Edgar Manz, sei man dieses Mal mit “wenig Lenkung ausgekommen”. Wobei als Wermutstropfen bleibt, dass etwa MPG und HGT höhere Klassenmesszahlen in Kauf nehmen müssen.
Aufatmen am Mäusheckerweg
Eine unübersehbare Erholungstendenz zeigt das Friedrich-Spee-Gymnasium. Waren dort im vergangenen Jahr für die gemeinsame Orientierungsstufe mit der Realschule plus Ehrang 53 Anmeldungen eingegangen, gab es diesmal allein für das Gymnasium derer 44. Die nach heftigem Protest von Lehrern, Schülern und Eltern erfolgte Trennung scheint Früchte zu tragen. Wenn die Zuwachsraten weiter anhalten, könnte sich die Schule stabilisieren. Schulleiter Kajo Kammann wirbt um die “nötige Zeit zur Entwicklung” für das FSG nach der Reform. In den aktuellen Zahlen sieht er eine “angemessene Ausgangslage für die künftige Arbeit”. Nicht nur das FSG scheint zu profitieren: Auch die Realschule am Mäusheckerweg zeigt mit 45 Neuanmeldungen einen deutlichen Aufwärtstrend. Das macht die Sache für die Stadt allerdings nicht einfacher. Denn insgesamt ziehen die drei Realschulen plus nur rund 150 Schüler – notwendig zur Sicherung der Existenz wären angesichts der vom Land geforderten Dreizügigkeit aber zwischen 200 und 230.
Auf Dauer nur zwei Realschulen?
Konkurrent sind dabei nicht nur die Gymnasien, sondern auch die beiden katholischen Realschulen Maximin und Blandine Merten, die mehr Nachfrage verzeichnen als die drei staatlichen zusammen. Wenn das so bleibt, überleben von den letzteren auf Dauer nur zwei. Weil die Nelson-Mandela-RS-plus in der Südstadt stabil die stärkste Nachfrage verzeichnet, der Stadtrat sich aber gerade auch für den Ausbau am Standort Kurfürst-Balduin in Trier-West entschieden hat, bleiben hier viele Fragezeichen.
IGS erstmals mit Rückgang
Erstaunlich ist dabei, dass die Realschule im Westen trotz aller politischen Bekenntnisse weniger neue Schüler vorweisen kann als im Vorjahr. Das dürfte bei der Schulaufsicht ADD für Stirnrunzeln sorgen, wenn die Stadt ihr Entwicklungskonzept vorlegt. Zum ersten Mal wachsen auch für die Integrierte Gesamtschule auf dem Wolfsberg die Bäume nicht in den Himmel. Rund 20 Schüler weniger – das war man bislang nicht gewohnt. Schon länger hört man von der IGS, dass die personelle Ausstattung, die zur Verfügung steht, den hohen Ansprüchen der neuen Schulform nicht gerecht wird.
Aber Schulleiter Josef Linden sieht auch in den Diskussionen um den Schulentwicklungsplan einen Grund für die schrumpfenden Zahlen. Mehrfach war die Forderung aufs Tapet gekommen, die IGS vom Wolfsberg an den Mäusheckerweg zu verlegen. Das habe ebenso zur Verunsicherung beigetragen wie das Signal an Schüler aus dem Landkreis, für sie sei an der IGS kein Platz.
Trierischer Volksfreund Online 08.04.2013


